Produktmanager mit unternehmerischem Biss

Savas Oyun betreibt an einem Tag pro Woche einen Foodtruck und arbeitet bei der AXA in einem 80%-Pensum. Auf diese Tätigkeits- und Ortswechsel möchte er nicht mehr verzichten.

Wer sich im sogenannten Superblock der AXA in Winterthur freitags «auswärts» verpflegen möchte, hat es nicht weit: Seit Anfang 2018 bietet Savas Oyun zusammen mit seiner Frau Laura und Kollege Ardi, der ebenfalls bei der AXA arbeitet, im Innenhof mit seinem Foodtruck frische, hausgemachte Kebabs an. «Es läuft sehr gut und macht uns Spass», erzählt Savas, der hauptberuflich in einem 80%-Pensum als Produktmanager Einzelleben für die AXA tätig ist.

Warum aber investiert ein zweifacher Familienvater diesen «freien» Tag für einen arbeitsreichen Job, der auch in seiner Freizeit Vorbereitungen erfordert? «Für manche mag es komisch klingen, doch dieser Tag gibt mir einen Ausgleich zu all meinen anderen Aufgaben. Er erweitert meinen Horizont und macht glücklich.» Klar werde er den Foodtruck nie zu seinem Hauptberuf machen, ergänzt Savas und vergleicht seine Motivation mit jener von Menschen, die als Ausgleich zum Beruf intensiv Sport treiben.

Unternehmerisch denken

Savas sieht viele Synergien, die beiden Seiten nutzen: Das unternehmerische Denken, wie etwa die Umsetzung einer Idee in die Praxis, könne er sehr gut im Berufsalltag brauchen. Savas, der vormals bei der AXA im Aussendienst tätig war, ist heute als Produktmanager Einzelleben unter anderem für die Ausgestaltung von Anlagezertifikaten für Kundinnen und Kunden der AXA verantwortlich. Er arbeitet in einem Team mit sechs Mitarbeitenden. Es sei für ihn ein besonderes Erfolgserlebnis, dass sich seine Arbeitgeberin auch für seinen Nebenberuf engagiert habe. Schnell und unkompliziert war es möglich, den Truck auf dem AXA Gelände aufzustellen. Und: Noch nie habe er in so kurzer Zeit so viele Mitarbeitende der AXA kennengelernt. Wo also lässt sich das berufliche Netzwerk besser pflegen als an einem Verkaufsstand, fragt er schmunzelnd.

Sowieso bedeuten Savas, der nach seinem Wirtschaftsstudium an der Universität Zürich auch für andere Unternehmen tätig war, gelebte Flexibilität, Authentizität und Eigenverantwortung im Job sehr viel. Der ganze Sektor Einzelleben sei auf Flexwork und agiles Arbeiten ausgerichtet. Viele im Team arbeiten Teilzeit ohne fixe Arbeitsplätze. Die Mitarbeitenden seien dort, wo der Informationsaustausch am effektivsten stattfinde. Natürlich könne es auch mal vorkommen, dass kein Arbeitsplatz frei ist. «Dann weiche ich eben auf ein Sitzungszimmer, die Lounge oder die Cafeteria aus. Auch das fällt unter Flexibilität. Am wichtigsten ist für mich, dass hier Eigenverantwortung gelebt und als Erfolgsfaktor gesehen wird.»

Hohe Loyalität zum Unternehmen

Vertrauen, Effizienz, Kreativität und Wohlbefinden: Der gebürtige Winterthurer nennt in einem Atemzug diese Stichworte zum Thema Flexwork und gibt handfeste Beispiele. So schätze er ungemein, dass die Art seiner Tätigkeit wie auch das Vertrauen seines Vorgesetzten ihm erlaube, sehr spontan von zuhause aus zu arbeiten. Wenn etwa an einem heissen Sommertag die Temperatur im Büro auf 27 Grad klettere, sei man auf der eigenen Terrasse im Schatten zweifellos effizienter. Und bei kreativen Arbeiten habe er bereits öfters festgestellt, dass ihn ein Ortswechsel weitergebracht habe. All diese Möglichkeiten erhöhen auch die Loyalität zum Unternehmen. So sei es für ihn selbstverständlich, an «seinem» Freitag die Belange der AXA einzubinden. «Sobald der Ansturm über Mittag vorbei ist, kann ich problemlos die E-Mails prüfen oder an einer Telefonkonferenz teilnehmen.»

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