Mit interner Mobilität neue Perspektiven gewinnen

Ein halbes Jahr lang arbeitete Gabriele Julius in einem Bereich, der ihr bislang gänzlich unbekannt gewesen war. Sie würde dies wieder genauso machen – von einer Ausnahme abgesehen …

«Die Fähigkeit, auf lange Sicht mobil und flexibel zu bleiben, wird in Zukunft immer wichtiger», ist Gabriele Julius überzeugt. Warum also nicht beruflich etwas Neues wagen, dachte sich die AXA Mitarbeiterin und bewarb sich für eine auf sechs Monate befristete 50%-Stelle als Recruiting Manager.

Vorab hatte sie sich mit ihrem Vorgesetzten abgesprochen, der ihr Vorhaben unterstützte. Gabriele würde somit ein halbes Jahr zu je 50% im Recruiting-Team sowie in ihrer angestammten Stelle als Projektleiterin und Transformation Scout im Bereich Finance arbeiten. Organisatorisch kam ihr zugute, dass in ihrem Verantwortungsbereich just ein Projekt zum Abschluss kam. «Ansonsten lag es aber klar in meiner Eigenverantwortung, alles unter einen Hut zu bringen», erzählt die 40-Jährige. Dies bedeutete unter anderem den Verzicht auf ihren bisherigen Home-Office-Tag. Denn für die Arbeit in zwei Teams wollte sie Präsenz zeigen.

Perspektiven-Vielfalt

«Betriebliche Abläufe aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfahren, bringt Mehrwert – dem Unternehmen und mir», ist Gabriele überzeugt. Diesem Grundsatz folgte sie seit Beginn ihrer Karriere bei der AXA, wollte dies aber mit dem Kombinieren zweier Berufsfelder noch weiter vertiefen. «Beim Arbeiten in zwei Teams wollte ich bewusst Sichtweisen kennenlernen, die mich ich in meiner aktuellen Schnittstellenfunktion weiterbringen. Zwar hatte ich noch nie im HR gearbeitet und auch keinerlei Erfahrungen als Recruiting Manager, doch konnte ich gerade dadurch viel Neues erfahren und nicht zuletzt auch mein internes Netzwerk ausbauen.»

Hinzu kommt, dass sich Gabriele in ihrer angestammten Funktion intensiv mit Veränderungen aus Business-Sicht befasst: Sie arbeitet im Bereich «Transformation und Development» als Projektleiterin und neu auch als Transformation Scout respektive Organisationsentwicklerin. Dadurch hat sie automatisch mit HR-Prozessen und Change-Management zu tun, weshalb sie sich in den letzten Jahren auch weitergebildet hat. Dieses Jahr wird sie ihre einjährige Weiterbildung zum Human Resources Manager mit Schwerpunkt Coaching abschliessen. «Sich theoretisches Wissen anzueignen hilft», so ist Gabriele überzeugt, «doch nichts geht über das Erlernen in der Praxis.»

Sprung ins kalte Wasser

Die praktische Erfahrung als Recruiting Manager war Neuland. Umso wichtiger war, dass der Quereinsteigerin Vertrauen geschenkt wurde und das Recruiting-Team sie auch mal ins kalte Wasser springen liess: «Ich habe intensiv den Blick zur ‹Aussenwelt› der AXA schärfen können, wo jedes Wort zählt, habe Interviews am Telefon geführt sowie eigene Mandate betreut. Das Spannende ist, dass man das Gefühl hat, in einer total anderen Hemisphäre des Unternehmens gelandet zu sein.» Mit einer grossen Portion Neugier und Offenheit habe sie schnell dazugelernt und sich bald als Teil des Teams gefühlt.

Trotz einer arbeitsintensiven Zeit ist Gabriele überzeugt, dass sich der Effort gelohnt habe. Denn durch das Eintauchen in unterschiedliche Welten innerhalb einer Firma sei der One-Company-Gedanke erlebbar – nicht zuletzt, weil man erkenne, wie sehr vernetztes Handeln für den unternehmerischen Erfolg entscheidend sei.

Und was ist mit der eingangs erwähnten Ausnahme? Könnte das Paket nochmals geschnürt werden, wäre eine anfängliche 100%-Präsenz an der neuen Stelle effektiver und würde weniger Reibungsverluste bringen, so Gabriele. «Dann hätte ich das Neuland noch schneller erobert», lacht sie. «Aber egal in welcher Formation – empfehlen kann ich allen, so einen Schritt zu wagen und die Initiative zu ergreifen.»

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