Jobsharing+

«Wieso nur einen Beruf ausüben, wenn auch zwei möglich sind?»

Dienstags und mittwochs arbeitet Daniela Grillo in St. Gallen als Berufsbildnerin. Zusammen mit ihrer Jobsharing-Kollegin Tanja ist sie zuständig für alle AXA Lernenden in der Region Ostschweiz: «Wir tragen gemeinsam die Verantwortung.» Dies heisst konkret, dass alle anfallenden Aufgaben, wie zum Beispiel die Selektion der Lernenden oder die Durchführung von Events und Projektwochen, gemeinsam gestemmt werden. Dabei ist eine Person im Lead und die andere im Support – bei der nächsten Durchführung sind die Rollen dann umgekehrt. Eine klare Aufteilung der Tätigkeiten haben die beiden Frauen nur im Bereich der Lernenden-Betreuung.

Vor- und Nachteile des Jobsharings

Für die HR-Fachfrau liegen die Vorteile des Jobsharing-Modells auf der Hand: «Das Fachwissen ist so auf zwei Personen verteilt. Mit diesem Ansatz kommen wir auch zu besser durchdachten Lösungen.» Wie bei jedem Modell gebe es auch Nachteile, ergänzt Daniela: «Wir brauchen deutlich mehr Austausch und Abstimmung.» Aber das Duo ist gut organisiert und bespricht sich einerseits wöchentlich, wenn beide im Büro sind, und andererseits via Übergabe-Mails im Laufe der Woche. Und in dringenden Fällen kommen auch Telefon oder WhatsApp zum Einsatz.

Gute Organisation ist das A und O

Neben ihrer Funktion als Berufsbildnerin im Jobsharing trägt die 33-jährige Winterthurerin einen weiteren Hut: Sie ist Recruiterin auf der Direktion in Winterthur – mit einem 50%-Pensum. «Eine gute Organisation ist bei mir zentral. Dies, weil ich zwei verschiedene Arbeitsorte habe und zum Teil auch Lernende an ihren Arbeitsplätzen besuche, unter anderem in Chur oder Frauenfeld. Daher arbeite ich soweit wie möglich papierlos. Gleichzeitig ist eine transparente Kalenderführung auch für mich persönlich und meine beiden Teams wichtig. Diese sollen wissen, wann ich wo bin. Das stärkt ausserdem unser Zusammengehörigkeitsgefühl.»

Flexibler gehts nicht mehr

Danielas Wochen sind nie gleich. Taucht ein Problem mit einer ihrer Lernenden auf oder findet ein wichtiges Meeting statt, muss sie zum Teil ihre ganze Woche umdisponieren. Mehr Flexibilität scheint nicht möglich zu sein. Doch für Daniela stimmts dennoch: «Für mich ist schon klar, dass ich nicht mein ganzes Berufsleben lang zwei Stellen haben möchte. Vor allem in Spitzenzeiten, wenn ich in beiden Funktionen überdurchschnittlich viel leisten muss, wird es stressig. Aktuell habe ich aber so die Möglichkeit, zwei verschiedene Bereiche kennenzulernen und zwei coole Jobs auszuüben und muss mich nicht nur für eine Funktion entscheiden. Was will ich mehr?»

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